Vielleicht haben Sie den Begriff „Ronghua“ (绒花) noch nie gehört, aber keine Sorge – ich auch nicht, bis vor sechs Monaten! Dieses alte chinesische Kunsthandwerk gibt es seit über tausend Jahren. In diesem Blogbeitrag nehme ich Sie mit auf eine Reise ins Studio eines der wichtigsten Ronghua-Nachfolger in Peking.
Ein Besuch im Studio von Herrn Cai

Das Studio von Herrn Cai ist ein Traum für Bastel- und Tierliebhaber gleichermaßen. Während sein Team fleißig an ihren Projekten arbeitete, gab mir sein Partner Herr Sun eine Führung durch das Studio. Er erklärte die sorgfältigen Prozesse und hohen Standards, an die sie sich halten, die ich nun mein Bestes tun werde, um für Sie ins Deutsche zu übersetzen.
Der Herstellungsprozess
Das Regal und die Seidenvorbereitung
Das wichtigste Werkzeug bei der Herstellung von Ronghua ist ein speziell entworfenes Regal. Dieser Rahmen hält die Seidenfäden gerade und ermöglicht den Kunsthandwerkern einfachen Zugang zu anderen Werkzeugen. Nach Vorbereitungsschritten wie dem Färben der Seide beginnt die eigentliche Ronghua-Herstellung mit dem Aufteilen der Fäden. Die Kunsthandwerker nehmen große Bündel Seidenfäden, teilen sie in kleinere Portionen und ordnen sie auf dem Regal an, um einen „Seidenbündel“ zu formen.

Ein Kunsthandwerker arbeitet am gestalteten Regal
Den Kupferdraht binden
Als nächstes falten die Kunsthandwerker einen Kupferdraht in der Mitte, um eine lange U-Form zu schaffen, und drehen den unteren Teil, um ihn zu befestigen. Sie legen das Seidenbündel in die Mitte der U-Form, kneifen und drehen beide Enden des Drahtes in entgegengesetzte Richtungen. Dieser Schritt sorgt dafür, dass die Seidenstreifen ausgerichtet und fixiert sind.

Ein weiterer Kunsthandwerker bindet den Kupferdraht am Seidenbündel
Drehen und Schneiden
Mit beiden Händen drehen die Kunsthandwerker die Seidenstreifen in entgegengesetzte Richtungen und legen den Streifen dann auf ein Holzbrett zum weiteren Verdrehen. Ein guter Streifen sollte in Länge, Dicke, Gewicht und Farbe gleichmäßig sein und auf dem Kupferdraht aufrecht stehen. Der nächste Schritt besteht darin, die Seidenstreifen mit einer Schere zu schneiden, um die gewünschte Form zu erreichen.

Kunsthandwerker rollt den Kupferdraht auf dem Holzbrett
Pressen und Zusammenfügen
Bei gepressten oder flachen Ronghua-Blumen gibt es einen zusätzlichen Schritt: das Bügeln der Blütenblätter und das Einrollen der Kanten. Schließlich gruppieren und montieren die Kunsthandwerker die Blumen mit Stickgarnen und befestigen sie an Metallwaren wie Broschen, Haarspangen oder Clips.

Der Arbeitstisch während der Mittagspause
Eine persönliche Note
Herr Cai war eine Freude zu treffen. Nachdem er meinen missglückten Versuch, Bambusblätter herzustellen, gesehen hatte, zeigte er mir großzügig, wie man sie richtig anfertigt, und schenkte mir sogar eine kleine Ronghua-Haarspange.


Interesse an Ronghua
Am selben Tag hielten zwei College-Studenten aus Tianjin für ein kurzes Interview an. Im Gegensatz zu vielen anderen Handwerkern mangelt es Herrn Cai nicht an Menschen, die daran interessiert sind, Ronghua zu lernen. Dennoch spürt er den Bedarf an frischen Perspektiven, um den Kreislauf traditioneller Erfahrungen und Fähigkeiten zu durchbrechen, die seine Kreativität einschränken.
Fazit
Mein Besuch im Studio von Herrn Cai war eine aufschlussreiche Erfahrung. Ronghua ist nicht nur ein altes Handwerk, sondern eine lebendige Kunstform, die sich ständig weiterentwickelt. Wenn Sie jemals in Peking sind, kann ich Ihnen sehr empfehlen, das Studio von Herrn Cai zu besuchen, um dieses schöne Handwerk aus erster Hand zu erleben.
Ich hoffe, Ihnen hat dieser Blick hinter die Kulissen von Ronghua gefallen. Bleiben Sie dran für weitere Bastelabenteuer!
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