Story

Ein Muster, das 5.000 Jahre gereist ist

A Pattern that has travelled for 5,000 years

Haben Sie sich jemals gefragt, woher das, was wir als westlich ansehen, eigentlich stammt, nur um dann seine Wurzeln im Osten zu entdecken? Dies ist die Geschichte von Lansei in China, eine Reise der Entdeckung in die verborgene chinesische Kunstfertigkeit und Handwerkskunst. Begleiten Sie mich, während ich die mutige Erzählung dieser bemerkenswerten Pflanze enthülle.

Der chinesische Stil, einst als rein chinesisch angesehen, zeigt sich als eine Verschmelzung von Kulturen.

Während meines Besuchs der Yun Gang-Höhlen in Datong begegnete ich einer Pflanze, die meine vorgefassten Vorstellungen von Weltzivilisationen erschütterte.

Hier stehen wir bei den Yun Gang-Höhlen, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Errichtet im 4. und 5. Jahrhundert unter der Nördlichen Wei-Dynastie, beherbergt es über 50.000 kunstvolle Schnitzereien und mehr als 200 Höhlen. Was mich am meisten fasziniert, ist die harmonische Verbindung zentral- und südasiatischer Einflüsse mit traditionellem chinesischem Kunststil.

Die Pflanze, auf die ich zuvor anspielte, ist nichts anderes als die Geißblatt- oder Concess-Pflanze, ein Ziermuster, das mit der Einführung des Buddhismus nach China kam. Etwa 500 Jahre nach der Geburt von Guodama begann der Buddhismus sich in China auszubreiten, und 400 Jahre später begann der Bau der Yun Gang-Höhlen. Interessanterweise zeigte die frühe buddhistische Kunst Indiens griechische Elemente, erkennbar an den Skulpturen und Verzierungen der Gandhara-Kunst, die deutliche griechische Einflüsse tragen.

Doch woher schöpfte das alte Indien seine Inspiration? Die Geschichte beginnt im alten Ägypten um 3000 v. Chr., als das Lotusmuster als Symbol der strahlenden Sonne entstand. Ursprünglich mit Kleidung verbunden, entwickelten sich Lotus- oder Lilienmotive zu einem Zeichen der Einheit oder Wiedergeburt, als die oberen und unteren ägyptischen Königreiche verschmolzen. Das Muster wandelte sich zu einer Verzierung, wobei das strahlenförmige Blatt die Verbindung der Sonne zum Leben symbolisierte.

Bis 700 v. Chr. fand das palmenförmige Muster durch den Handel zwischen Völkern seinen Weg in die antike griechische Kunst. Als das Ende des palmenförmigen Blattes mit einem Schriftrollenmuster verziert wurde, das sich an die Krümmung der Schriftrolle anpasste, entstand das Akanthus-Muster. Über Jahrtausende wurde das Blatt mehrfach verändert, was die leichten Unterschiede zwischen dem palmenförmigen und dem Akanthus-Muster erklärt. Das Akanthusblatt entstand, als die palmenförmige Form plastisch gestaltet wurde und schließlich seinen charakteristischen Namen erhielt.

Im Laufe der Geschichte dehnte das Römische Reich seine Herrschaft bis ins heutige Afghanistan und Pakistan aus und hinterließ einen unauslöschlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gandhara-Kunst. Jahrhunderte später malten chinesische Künstler das Akanthus-Blatt an die Wände der Yungang-Höhlen. Sie verwendeten dieses Muster nicht nur, um Freskenabschnitte zu unterteilen oder Ränder zu schmücken, sondern auch, um die Kapitelle griechisch geformter Säulen zu verzieren, ganz wie vor Tausenden von Jahren.

In den folgenden Jahren gestalteten chinesische Künstler dieses Muster neu, indem sie ihm eine fließendere Eigenschaft verliehen, die sie vom chinesischen Wolkenmuster entlehnten. So entstand das chinesische Graswuchsmuster, ein Zeugnis für die Einfallsreichtum vieler Generationen chinesischer Künstler. Und so entfaltet sich die Geschichte dieser mutigen Pflanze, die sich über fünftausend Jahre erstreckt, von ihrem neuen Zuhause in den Yungang-Höhlen.

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